Neue Förderregeln für Wärmepumpen: Der Heizkreislauf entscheidet mit

Seit dem 21. Juli 2026 gelten neue Regeln für die Förderung klimafreundlicher Heizungen. Damit rückt der Heizungstausch erneut in den Fokus. Neben Fördersätzen, Anschaffungskosten und Gerätetechnik sollten Fachbetriebe und Eigentümer dabei auch den Zustand des bestehenden Heizkreislaufs berücksichtigen.

Die neuen Förderregeln können zusätzliche Heizungstausche anstoßen. Ob eine Wärmepumpe anschließend zuverlässig arbeitet, hängt jedoch nicht allein vom neuen Wärmeerzeuger ab. Ebenso entscheidend ist, ob der bestehende Heizkreislauf auf die Technik vorbereitet ist. Welche vorbereitenden Maßnahmen förderfähig sind, muss im Einzelfall geprüft werden – technisch erforderlich können sie unabhängig davon sein.

Häufig wird bei einem Heizungstausch nur der eigentliche Wärmeerzeuger ersetzt, während Rohrleitungen und Heizflächen erhalten bleiben. Ablagerungen, Luft und Gase sowie instabile Druckverhältnisse können den Betrieb der neuen Anlage beeinträchtigen.

Da Wärmepumpen einen ausreichend hohen und stabilen Volumenstrom sowie eine störungsfreie Wärmeübertragung benötigen, können sich Probleme im Bestandssystem unmittelbar auf ihren Betrieb auswirken.

Fünf Empfehlungen für einen erfolgreichen Heizungstausch

Spirotech, Anbieter von Lösungen für die Wasserqualität sowie die Luft-, Schlamm- und Gasabscheidung in Heiz- und Kühlsystemen, nennt fünf Punkte, auf die Fachbetriebe beim Heizungstausch achten sollten.

1) Bestandsaufnahme: Das Heizsystem prüfen

Je nach Alter, eingesetzten Werkstoffen und Betriebsweise können sich in Rohrleitungen und Heizflächen Korrosionsprodukte, Schlamm und Partikel wie Magnetit angesammelt haben. Werden diese beim Umbau gelöst, können sie Pumpen, Ventile und Wärmetauscher schädigen.

Eine Bestandsaufnahme des wassergeführten Systems zeigt, welche Reinigungsschritte erforderlich sind und wie Befüllung und Inbetriebnahme vorbereitet werden sollten.

2) Anlagenwasser: Beschaffenheit beurteilen

Auch optisch klares Wasser kann Stoffe enthalten, die Korrosion oder Ablagerungen begünstigen. Eine fachgerechte Untersuchung liefert Hinweise auf die Wasserbeschaffenheit und zeigt, ob eine Aufbereitung oder ein Austausch erforderlich ist.

Bei der Beurteilung sind die eingesetzten Werkstoffe, die Herstellervorgaben und die geltenden technischen Regeln einzubeziehen. Eine wichtige Orientierung bietet die VDI 2035 zur Vermeidung von Steinbildung und wasserseitiger Korrosion in Warmwasser-Heizungsanlagen. Entscheidend ist, Anlagenzustand, Hydraulik, Wasserbeschaffenheit und Betriebsweise als Gesamtsystem zu betrachten.

3) Luft, Gase und Partikel: dauerhaft reduzieren

Freie Luft und Mikroblasen können Wärmeübertragung und Strömung beeinträchtigen sowie Geräusche verursachen. Sauerstoff begünstigt zudem Korrosion, wodurch weitere Partikel entstehen können.

Eine Spülung entfernt vorhandene Rückstände, kann ihr erneutes Auftreten jedoch nicht verhindern. Deshalb sollte bereits bei der Planung geklärt werden, ob eine kontinuierliche Luft- und Schlammabscheidung oder eine weitergehende Entgasung sinnvoll ist.

4) Druckstabilität: konstante Betriebsbedingungen schaffen

Zu niedrige oder schwankende Druckverhältnisse können das Ausscheiden gelöster Gase begünstigen und luftbedingte Probleme verstärken. Eine passend ausgelegte Druckhaltung schafft stabile Betriebsbedingungen.

Fällt der Systemdruck wiederholt ab oder muss regelmäßig Wasser nachgefüllt werden, sollte die Ursache zunächst ermittelt und behoben werden.

5) Monitoring: Veränderungen früh erkennen

Wiederholtes Nachfüllen kann auf Undichtigkeiten oder Probleme mit der Druckhaltung oder dem Ausdehnungssystem hindeuten. Mit dem Nachspeisewasser können zudem Sauerstoff, Mineralien und Salze in den Kreislauf gelangen und die Wasserchemie verändern.

Wer Systemdruck und Nachspeisemengen dokumentiert, kann Auffälligkeiten frühzeitig erkennen. Ergänzende Mess- und Monitoringdaten ermöglichen darüber hinaus eine zustandsorientierte Wartung.

Der Wärmepumpentausch beginnt im Bestand

Beim Einbau einer Wärmepumpe kommt es nicht allein auf den neuen Wärmeerzeuger an. Auch der vorhandene Heizkreislauf muss auf die Technik vorbereitet sein. Neben einer passenden Dimensionierung, niedrigen Vorlauftemperaturen und dem hydraulischen Abgleich sind ein geeigneter Volumenstrom, stabile Druckverhältnisse und ein störungsarmer Wasserkreislauf wichtig.

Diese Maßnahmen garantieren keine bestimmte Effizienz, können jedoch hydraulische Störungen reduzieren und empfindliche Komponenten schützen. Wer die neuen Fördermöglichkeiten für einen Heizungstausch nutzt, sollte daher nicht nur das neue Gerät, sondern das gesamte wassergeführte System betrachten. Ein fachgerechter Wärmepumpentausch beginnt mit einer sorgfältigen Prüfung des Bestands.